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Schuhmacher - Innung
Sibyllenstr.2
12247 Berlin-Lankwitz
Tel. 030 - 280 76 66
 

Bild : Schuh mit symbolisiertem S und Verlinkung auf den Zentralverband des Schuhmacherhandwerk

chuhmacher - Innung Berlin

Gründungsbrief

Der in lateinischer Sprache verfasste Innungsbrief lautet in der Übersetzung:

Bild: Ornament mit Inschrift: Mit Glück in die Zukunft

 Wir, Nicolaus von Lietzen, Johannes von Blankenfelde, Nicolaus von Bötzow, Rathmann zu Berlin, Allen für ewige Zeit. Da die Nachkommen die Verhandlungen der Vorfahren nur schwer behalten, ist es nützlich und nötig, sorgsam darauf zu achten, daß die Dinge, die in unserer Gegenwart verhandelt sind, schriftlich auf die Nachwelt gebracht werden. Daher wollen wir es durch diesen Brief zu allgemeiner Kenntnis gelangen lassen,

 daß wir uns mit denen, die zum Schuhmachergewerk gehören, und mit ihren Meistern nach reiflicher Überlegung und Berathung dahin geeinigt haben, daß sie die sogenannte Innung von der Stadt Gnaden haben, und daß Derjenige, welcher besagtes Gewerk gewinnen will, es nur gewinnen kann aus Gnaden und mit Zustimmung der Rathmannen.

Auch wollen wir Rathmannen es zur allgemeinen Kenntnis bringen, wie ihr Gewerk unter nachbenannten Bedingungen bestehen soll. "Zuerst nämlich bestimmen wir, daß wenn Jemand vorbesagtes Schuhmachergewerk gewinnen will, der Stadt 3 Schilling-Pfennige gezahlt, und dem Gewerk und dessen Meistern 6 Schilling weniger 4 Pfennige sowie zwei Pfund Wachs (dasselbe wurde vorzugsweise zur Herstellung der Kerzen für die Begräbnisse verwendet) gegeben werden sollen. Auch bestimmen wir, daß vorbenannte Schuhmacher eine sogenannte Morgensprache nur in Gegenwart von zwei Mitgliedern des Raths und von zwei Meistern halten sollen, die Geschworene des Gewerks sind, welche alles das bezeugen, was sie für angemessen, nützlich und ehrbar erachtet haben, so wie auch das, was unter ihnen zu bestrafen ist.

Ferner, wenn Jemand mit falscher Arbeit einer Übertretung sich schuldig macht, indem er schlechte Schuhe verfertigt oder sonst bei einer unziemlichen Sache betroffen wird, oder wenn Jemand etwas übertritt, das zu ihrem eigenen und der Stadt Nutzen dient, so ist er zu strafen nach Entscheidungen der Stadt und der Rathmannen; und ist es festgesetzt worden, daß die vorbenannten Meister der Schuhmacher solches melden sollen.
Sodann, wenn ein fremder Anzügler oder ein Einwohner käme und das Gewerk gewinnen wollte, die gedachten Meister aber verhinderten ihn daran aus Haß oder irgend welcher anderer Ursache,so sollen die Rathmannen nach dem Rathe der Stadt, wenn er ehrlich und rechtschaffen ist, ihm das Gewerk geben, auch ohne die Zustimmung jener.
Ferner sollen die vorbesagten Schuhmacher, insbesondere ihre Meister, auch darauf nach ihrem Eide sorgsam achten, daß der Ankauf des Leders zur Anfertigung der Schuhe unter ihnen nicht verhindert werde. Damit aber diese unsere Schenkung und Verleihung gültig und unverändert bleibe, haben wir diesen Brief darüber ausstellen und mit unserem angehängten Siegel bestätigen lassen.

Dessen sind Zeugen: Herr Nicolaus, Voigt, genannt von Helmsdorf, und Herr Ruthnik, Ritter, sowie einige von den alten Rathmannen: Thile Messermacher und Jacob von Lietzen und der Schulze von Baruth und andere von ihren Genossen mehr.

Geschehen im Jahre des Herrn 1284, am 2. Juni.

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